Corona-Virus: Wichtige Informationen für Versicherte

Das Corona-Virus bestimmt die Schlagzeilen und unser tägliches Leben. Umso wichtiger ist es, sich aus zuverlässigen Quellen zu informieren. Neben der Gesundheitsversorgung in Krisenzeiten geht es mittlerweile für viele um die finanzielle Existenz. Die Bundesregierung hat jüngst ein Paket von mehr als 150 Mrd. beschlossen. Lesen Sie im Ratgeber, wo Sie mit staatlicher Unterstützung rechnen können, was in Versicherungsfragen jetzt wichtig ist und wie Sie sich weiter auf dem Laufenden halten können.

Neben Direktmaßnahmen in Höhe von mehr als 150 Mrd. EUR für den Gesundheitssektor, für Familien, Unternehmen, Selbständige und Freiberufler sollen Kredite über die KfW von über 500 Mrd bereitgestellt werden – auf der Website des Bundesfinanzministeriums gibt es einen Überblick.

Wichtige aktuelle versicherungstechnische Fragen haben wir für Sie im Folgenden aufgeführt:

Kein Vorzug für Privatversicherte – Medizinische Notwendigkeit hat Vorrang

„Vor Corona sind wir alle gleich.“ Das hat der Verband der Privaten Krankenversicherungen (PKV) längst klargestellt. Im Ernstfall geht es demnach strikt nach medizinischer Notwendigkeit.

Das gilt beispielsweise für den Corona-Test. Getestet wird, wer Symptome hat, wer in einem Risikogebiet war oder mit einem Corona-Infizierten Kontakt hatte – unabhängig davon, ob privat oder gesetzliche krankenversichert. Wenn alle Einzelzimmer auf einer Station belegt sind, kann diese Leistung aus Zusatz- oder Vollversicherung ebenfalls wegfallen.

Der PKV-Verband hat wichtige Informationen für Patienten und Versicherte.

Arbeit im Home Office – Vorsicht bei Unfällen

Viele arbeiten aktuell im Home Office. In Zeiten sozialer Distanzierung oder Isolation ist der Heimarbeitsplatz für viele die Alternative, den Betrieb aufrechtzuerhalten. Doch selbst wenn es bei der Arbeit so keine Einschränkungen gibt, gelten beim Versicherungsschutz eigene Regeln.

Prinzipiell gilt, dass Arbeitnehmer bei der Ausübung Ihres Berufes und auf dem Weg zur Arbeit gesetzlich unfallversichert sind. Allerdings ist vielen nicht klar, was im Home Office nun zur Arbeit gehört und welche Tätigkeit als privat zählt.

Erstaunlich: Wem im Home Office auf dem Klo etwas zustößt, der ist nicht gesetzlich unfallversichert. Einzelne Urteile belegen, dass nicht nur beim Wasserlassen kein gesetzlicher Schutz besteht, sondern auch beim Wasserholen.

Wie Sie im Home Office versichert sind, erklärt der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) auf seinem Verbraucherportal.

Reiseversicherung, Lebensversicherung und Co. – Was gilt in der Coronakrise?

Wer während einer Reise aufgrund behördlicher Anordnung in Quarantäne muss, erhält nicht zwangsläufig Geld von seiner Reiserücktrittsversicherung. Dagegen ist eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes ein sicheres Indiz dafür, dass Sie hier bei Storno mit Ersatz rechnen können.

Denn von den Gerichten wurde laut Auswärtigem Amt in diesen Fällen in der Vergangenheit „höhere Gewalt oder eine erhebliche Gefährdung“ anerkannt, die zu einem Rücktritt ohne Entschädigung berechtigte. Da der Flugverkehr aktuell weitgehend ruht, dürfte eine kostenfreie Erstattung problemlos möglich sein.

Wer jetzt ins Ausland muss, sollte sich in jedem Fall über eine Auslandsreisekrankenversicherung informieren. Eine Auslandskrankenversicherung ist für Sie unverzichtbar, um sich vor den hohen Kosten zu schützen, falls Sie im Laufe Ihrer Reise behandelt, operiert oder gar zurück nach Deutschland transportiert werden müssen.

Auch wenn das kein erfreuliches Szenario ist: die Risikolebensversicherung bezahlt selbstverständlich auch bei einem Todesfall nach einer Coronavirus-Erkrankung.

Für weitere Versicherungsfälle hat der GDV eine Übersicht mit nützlichen Tipps erstellt. Es geht hierbei auch darum, ob die Haftpflicht bezahlt, wenn der Nachbarhund etwas kaputt macht.

Versicherungen für Gewerbetreibende

Sehr viele Betriebe müssen aktuell laut Infektionsschutzgesetz geschlossen bleiben. Das bedeutet für Unternehmer mitunter existenzielle Einnahmeverluste.

In der gängigen Betriebsunterbrechungsversicherung ist dieser Fall nicht mitversichert. Diese leistet in der Regel nur bei einem vorangegangenem Sachschaden (z.B. durch Feuer). Für „lebensmittelnahe“ Branchen gibt es eine Betriebsschließungsversicherung, die grundsätzlich in diesem Fall greifen würde. Zu beachten ist, dass zahlreiche Versicherer mittlerweile ein Zeichnungsverbot ausgesprochen haben. Des Weiteren gilt für dieses Risiko in der Regel eine Wartezeit von 14 Tagen, so dass diese Absicherung zur jetzigen Zeit nicht mehr möglich ist und Betriebsunterbrechungen in der aktuellen Pandemie nicht mehr mitversichert sind.

Zu allen relevanten Fragen wie Kurzarbeit oder finanzieller Unterstützung durch die Regierung informiert die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK)

Stundung von Zahlungen an die Versicherung und weitere Erleichterungen für Firmen

Als Verbraucher oder Einzelunternehmer können Sie Zahlungsverpflichtungen aus „wesentlichen Dauerschuldverhältnissen“ wegen der Corona-Krise bis Ende Juni verschieben. Das hat der Bundestag zur Abmilderung der Corona-Folgen beschlossen. Unter diese Regel können laut CDU-Finanzexperte Carsten Brodesser Berufshaftpflichtversicherungen fallen, nicht aber Versicherungen im Privatkundengeschäft. Versicherer wie die Allianz haben sich aber bereit erklärt, Versicherungsbeiträge auf Antrag zu stunden.

Um eine Insolvenzwelle zu vermeiden hat der Bundestag in seinem aktuellen Maßnahmepaket ebenfalls beschlossen, die Regeln zur Anmeldung der Insolvenz zu lockern und betroffenen Betrieben erhebliche Finanzhilfen zur Verfügung zu stellen. Die Insolvenzantragspflicht (§ 15a InsO, § 42 Abs. 2 BGB) für von der Corona-Pandemie betroffene Unternehmen wird bis zum 30. September 2020 ausgesetzt.

Das Gesetzespaket umfasst weitere Erleichterungen auch hinsichtlich Steuerzahlungen. Finanzbehörden gewähren Stundungen von Steuerschulden, Steuervorauszahlungen können angepasst werden und auf Vollstreckungsmaßnahmen soll weitgehend verzichtet werden.

Lohnfortzahlungen – Arbeitgeber muss für 6 Wochen Lohn weiterbezahlen

Wer aktuell seiner Tätigkeit nicht nachgehen darf und deswegen fürchtet, weniger Lohn zu erhalten, kann hoffen. Denn nach §56 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) stehen allen Arbeitnehmern, denen die Ausübung bestimmter beruflicher Tätigkeiten ganz oder teilweise untersagt wurden, Entschädigung zu.

Der Arbeitgeber muss demnach für die Dauer des Arbeitsverhältnisses, längstens für sechs Wochen, die Entschädigung in Höhe des Verdienstausfalls an den Arbeitnehmer auszahlen. Die ausgezahlten Beträge sollen dem Arbeitgeber auf Antrag von der zuständigen Behörde erstattet werden.

Was der Bundestag im Einzelnen beschlossen hat, findet sich im Gesetzesentwurf vom 20.03.2020 (PDF) im Detail. Wenden Sie sich bei weiteren Fragen zur Versicherung gerne an uns als Ihr Versicherungsmakler.

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