Eigentlich: Höchstrechnungszins. Der Höchstrechnungszins wird auf Grundlage der durchschnittlichen Umlaufrendite von 10-jährigen AAA-gerateten Staatsanleihen aus dem Euro-Währungsgebiet ermittelt. Laut dem § 65 des Versicherungsaufsichtsgesetzes(VAG) darf der Rechnungszins höchstens 60 % der durchschnittlichen Rendite dieser zehnjährigen Staatsanleihen betragen. Die endgültige Entscheidung über eine Veränderung der Höhe dieses Zinssatzes trifft aber das Bundesministerium der Finanzen, das den Höchstrechnungszins in einer Verordnung festlegt. Durch den Höchstrechnungszins wird die Verzinsung der Deckungsrückstellungen begrenzt, damit die Versicherungsgesellschaften ihren Kunden nur Leistungen garantieren können, die sie auch in Zeiten niedrigerer Verzinsung mit ausreichend finanzieller Vorsorge gut erfüllen können. Der Zweitmarkt für Lebensversicherungen bietet den Vorteil, dass dort auch ältere Policen mit einer höheren Garantieverzinsung als Direktinvestment angeboten werden, was der Zweitmarktpolice im Rahmen von Policeninvest eine zusätzliche Attraktivität gegenüber dem Neuabschluss von Lebensversicherungen verleiht. Im Zuge der europäischen Solvency II-Regelung soll die Institution des Höchstrechnungszinses zum 1. Januar 2016 abgeschafft werden. Stattdessen soll dann die Regelung gelten, dass der Versicherer für seine Zinsgarantien selbst Rücklagen schaffen muss.